Betreutes Wohnen: Kein weißer Fleck in Waldeck-Frankenberg bleiben

Von Roswitha Stark
Von Roswitha Stark

Wie sie alle wissen geht die demographische Entwicklung auch an Allendorf nicht spurlos vorüber. Auch in Allendorf ist ein hoher Anteil Älterer Menschen zu verzeichnen und diese Zahl wird weiter steigen. Die Hessen-Agentur hat die demografische Entwicklung in Allendorf beleuchtet und prognostiziert, dass bis 2020 in Allendorf ca. 5870 Menschen leben werden und davon 21% = 1233 Personen älter als 65 Jahre sein werden. Senioren werden aber immer jünger und haben Ansprüche an das Leben. Man spricht heute nicht nur vom Ruhestand, sondern auch vom Unruhestand, Oder von den jungen Alten. Noch nie waren die älteren Menschen bei stetig steigender Lebenserwartung so gesund und so aktiv wie heute. Veränderungen in den Altersschichten haben dazu geführt, dass es viele unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse gibt.

 

Selbständigkeit bis in hohe Alter wünscht sich die eine Gruppe Senioren. Möglichst früh möchte man sich ein altengerechtes Umfeld schaffen. Doch nicht immer ist die eigene Wohnung barrierefrei umzugestalten und so überlegt man sich evtl. noch einmal umzuziehen, nämlich in eine altengerechte Wohnung, mit einem ambulanten Dienstleistungszentrum zur Betreuung, wenn man Hilfe braucht. So eine Wohnanlage in der eigenen Kommune und man könnte in seiner vertrauten Heimatgemeinde bleiben, davon träumen sicher sehr viele Senioren. Das beste Beispiel ist Bromskirchen. Dort wird z.Zt. eine Wohnanlage mit 8 Wohnungen für betreutes Wohnen vom DRK gebaut. Bisher gibt es aber schon 12 Interessenten.

 

Es ist eine Herausforderung an eine familienfreundliche Kommune, den Senioren entsprechende Angebote zu machen. Mit der Einrichtung, Bündnis für Familie hat auch Allendorf einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Der Seniorenbeirat hat sich mit der Situation der Senioren in Allendorf befasst und auch einige Freizeitangebote eingerichtet. Die Ergänzung wäre eine Wohnanlage für betreutes Wohnen. Deshalb haben sich meine Fraktion und die Fraktion BLO den heutigen Antrag auf die Tagesordnung stellen lassen. Wir möchten, dass der Gemeindevorstand die Möglichkeit einer solchen Einrichtung prüft und ein Konzept den Ausschüssen und dem Seniorenbeirat vorlegt.

 

Tagespflege für Senioren - Eine weitere Gruppe sind Senioren oder Pflegefälle, die auf Hilfe und Zuwendung anderer Menschen angewiesen sind. Um diese Menschen wurde sich bisher wenig gekümmert. Doch jemanden zu pflegen ist nicht selten eine enorme Belastung. Das erfordert sehr viel Kraft und Zeit. Und doch ist es für viele Betroffene nach wie vor unvorstellbar, ihren Angehörigen in ein Alten – und Pflegeheim abzugeben.

Heimplätze sind aber manchmal nur die einzige Möglichkeit, wenn Beruf und Familie miteinander verknüpft werden müssen. Da kann eine Tagespflege die Lösung sein. Der oder die zu Betreuende wird morgens in eine Tagespflege abgegeben oder von der Tagespflege um eine bestimmte Uhrzeit abgeholt, tagsüber mit anderen Senioren zusammen betreut und abends wieder in ihre gewohnte Umgebung gebracht. So etwas gibt es in Goddelsheim, in Rosenthal und vereinzelt in Battenberg. Auch für diese Situation beauftragen wir die Gemeinde Kontakte z.B. mit dem DRK oder einem freien Träger aufzunehmen und anzuregen, eine solche Begegnungsstätte in Allendorf einzurichten. Vielleicht ist solch ein Seniorenzentrum auch für einen amtierenden Arzt interessant. Auf keinen Fall möchten wir in der Seniorenbetreuung weiterhin ein weißer Fleck in Waldeck-Frankenberg bleiben. Ich bitte Sie deshalb diesem Antrag zuzustimmen.

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Antrag Tagespflegeeinrichtung
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