CDU beantragt Beteiligung am "Lokalen Bündnis für Familie": Workshop am 19. Juni

Von Roswitha Stark

 

Der Antrag wurde von Roswitha Stark während der Gemeindevertretersitzung am 31. Mai 2006 im Dorfgemeinschaftshaus Haine für die CDU-Fraktion begründet. Familienpolitik ist eine gesamt- gesellschaftliche Aufgabe. Die meisten Menschen wünschen sich eine Familie, weil Kinder eine Bereicherung ihres Lebens sind. Dennoch erfüllen sich immer weniger Paare ihren Kinderwunsch. Oftmals, weil Familie und Beruf schwer in Einklang zu bringen sind. Die CDU Fraktion ist der Meinung, dass Eltern und Kinder wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt werden müssen. Denn Kinder sind unsere Zukunft.

 

Unsere Fraktion steht für mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit und will dies in Allendorf gewährleistet wissen. Denn positive Bedingungen für Familien sind nicht nur mit sozialem Zugewinn verbunden, sie lohnen sich auch volks- und betriebswirtschaftlich. Schließlich hat die demographische Entwicklung auch erhebliche Auswirkungen auf die kommunale Infrastruktur. Wir wollen den demographischen Wandel nicht einfach passiv erdulden sondern versuchen, ihn aktiv zu gestalten. Denn wir wissen was auf unsere Gesellschaft zukommt. So ist z.B. die Prognose der Bertelsmann-Stiftung besorgniserregend. Bis zum Jahre 2020 wird die Zahl der Waldeck-Frankenberger um 4,7 % sinken. Die Prognose des Berliner Institutes für Bevölkerung und Entwicklung ist sogar noch erschreckender. Dort wird dem Landkreis ein Bevölkerungsrückgang bis 2020 zwischen 5 + 10% vorhergesagt.

 

Für Kommunen wird daher Familienfreundlichkeit immer mehr zum Standortfaktor. Wir möchten, dass unsere Kommune eine größere Bedeutung in der Familienfreundlichkeit bekommt. Das erreichen wir aber nur, wenn Familie und Beruf gut vereinbart werden können. Eine gut ausgebaute kinder- und familienfreundliche Infrastruktur zeichnet die Kommune der Zukunft aus. Das wollen wir für Allendorf erreichen. Der Staat kann familienfreundliche Rahmenbedingungen schaffen, er kann aber nicht den Stellenwert von Familien und Kindern in unserer Gesellschaft beeinflussen. Hier ist die Gesellschaft, also jeder einzelne gefordert, über den Wert von Familien und Kindern nachzudenken.

 

Deshalb wollen wir heute anfangen die Weichen zu stellen und evtl. die Bedingungen in unserer Gemeinde auszubauen. Eine Möglichkeit das zu erreichen ist die Initiative „Lokales Bündnis für Familien“. Im Januar 2004 hat die damalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt zusammen mit starken Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ aus der Taufe gehoben. Schon nach kurzer Zeit hatte sich eine überwältigende Zahl von lokalen Gruppen der Initiative angeschlossen. Die Initiative richtet sich an alle, die sich für ein kinder- und familienfreundlicheres Umfeld in ihrer Kommune engagieren wollen: an uns Politiker, an die Unternehmer, Elternvertretungen, Verbände und nicht zuletzt die Familien selbst.

 

Ein lokales Bündnis kann sich auf allen Ebenen engagieren, auf denen die Rahmenbedingungen für Familien verbessert werden können. Angefangen von der Kinderbetreuung über neue Arbeitszeitregelungen oder Anlaufstellen für Jugendliche, die Zuflucht und Hilfe brauchen, bis hin zu Angeboten, die pflegende Angehörige entlasten. Gemeinsames Handeln eröffnet neue Chancen. Ein Bündnis für Familie können alle gründen, die familienfreundliche Strukturen gestalten wollen. Es gibt keine Regel welche Akteure dabei sein müssen und wie viele Partner eine Initiative haben sollte. Aber ohne feste Vereinbarungen, verbindliche Termine und eine dauerhafte Arbeitsplanung wird es nicht gehen. Ein Servicebüro steht allen, die etwas für Familien tun wollen, mit Rat und Tat zur Seite. Bis Ende 2006 stellt es allen Interessierten kostenlose Beratung zur Verfügung, aber es unterstützt nicht finanziell.

 

Deshalb möchten wir heute den Gemeindevorstand beauftragen sich jetzt noch an der bundesweiten Initiative „Lokale Bündnisse für Familien“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu beteiligen und ein Allendorfer Bündnis für Familie zu gründen.

Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Ein erster Workshop mit dem Servicebüro findet am 19. Juni im Bürgerhaus statt.

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Antrag Lokales Bündnis für Familie
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